Über moderne medizinische Technologien und ihren Einfluss auf die tägliche klinische Praxis im polnischen Gesundheitswesen – Debatte im Senat der Republik Polen

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Über moderne medizinische Technologien und ihren Einfluss auf die tägliche klinische Praxis im polnischen Gesundheitswesen – Debatte im Senat der Republik Polen

Über moderne medizinische Technologien und ihren Einfluss auf die tägliche klinische Praxis im polnischen Gesundheitswesen – Debatte im Senat der Republik Polen

“Moderne medizinische Technologien und ihr Einfluss auf die tägliche klinische Praxis im polnischen Gesundheitswesen” bilden das Thema der Konferenz, die am 7. Juni 2016 aus der Initiative des Marschalls des Senats der Republik Polen Stanisław Karczewski und Prof. Henryk Skarżyński, Vorsitzenden des Komitees der Klinischen Wissenschaften der Polnischen Akademie der Wissenschaften, stellevertretenden Vorsitzenden des Hauptrates der Forschungsinstitutes und Leiters des Institutes für Physiologie und Pathologie des Gehörs veranstaltet wurde. An der Konferenz nahmen Politiker, herausragende polnische Ärzte und Journalisten teil. Die Debatte wurde von Waldemar Kraska, dem Vorsitzenden des Senatsausschusses für Gesundheit eröffnet und von Prof. Henryk Skarżyński und Red. Mariusz Gujski moderiert.

– Das Ziel der Debatte bildet die Präsentation ausgewählter, innovativer Leistungen der polnischen Wissenschaft und Medizin und ihres Einflusses auf die klinische Praxis – wie der Marschall Stanisław Karczewski sagte. – Durch die Diskussion wollen wir ermitteln, ob und inwieweit es durch die Leistungen von Wissenschaftlern, Teams und spezialisierten Einheiten gelungen ist, das Niveau der medizinischen Leistungen zu beeinflussen. (..) Der Fortschritt in der Medizin ist riesig, auch bei uns. Sie – der Marschall Stanisław Karczewski wandte sich hier an die Konferenzteilnehmer – geben den Ton im medizinischen und technologischen Wettlauf an. Mit ihm meine ich aber vor allem Patienten, denn die modernsten Lösungen werden hauptsächlich für unsere Patienten entwickelt – fügte der Marschall Karczewski hinzu.

– Ich danke allen, die die Einladung angenommen haben und ihre Erfahrungen mit uns austauschen wollen – sagte Prof. Skarżyński bei der Begrüßung der versammelten Vortragenden, Medienvertreter und Gäste. – Die Form der Treffen ist nicht neu, denn das Komitee der Klinischen Wissenschaften der Polnischen Akademie der Wissenschaften veranstaltete bereits ähnliche Debatten unter Beteiligung von Medien. Es ist eine ausgezeichnete Art und Weise für die Förderung der Leistungen der polnischen Wissenschaft in der Gesellschaft – fügte Prof. Skarżyński hinzu. Auf der Konferenz hielt er den Vortrag “Behandlung des Partiellen Hörverlustes – die polnische Schule in der internationalen Wissenschaft”, der an das 25. Jubiläum des Programms der Behandlung des Hörverlustes in Polen und das 20. Jubiläum der Entstehung des Institutes für Physiologie und Pathologie des Gehörs anknüpfte. Anschließend stellen wir eine breite Zusammenfassung des Vortrags dar.

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Die Behandlung der angeborenen oder erworbenen Gehörlosigkeit mit einem Cochlea-Implantat bildet die einzige Chance der Patienten auf die Rückkehr in die Welt der Töne in jedem Alter. Innerhalb von über 40 Jahren wurden ca. 200.000 Personen weltweit mit dieser Methode behandelt. Die Anwendung der Cochlea-Implantate bei der Behandlung des klassischen partiellen Hörverlustes findet seit knapp 15 Jahren statt. Die Behandlungsmethode wurde in dieser Bedeutung 2002 von Prof. Henryk Skarżyński zum ersten Mal in der Weltmedizin initiiert. Diesem Durchbruch gingen Arbeiten voraus, die ab 1997 im Institut für Physiologie und Pathologie des Gehörs [poln. Abk. IFPS] durchgeführt wurden. Sie waren mit der Erhaltung der geringsten natürlichen Hörreste verbunden, die durch das “neue Gehör” aus dem implantierten Cochlea-Implantat ergänzt werden können. Die Erarbeitung eines solchen Therapiekonzeptes und einer solchen chirurgischen Methode bildete eine riesige Herausforderung für Ohrchirurgen und andere Fachärzte, klinische Ingenieure und Rehabilitationsexperten. Die Erhaltung von Hörresten überhaupt, und seit 2002 die Erhaltung eines guten Gehörs im Niederfrequenzbereich ließ die Patienten die Sprache vor der Implantation in 5 bis 16 Proz. verstehen. Die Ergänzung des natürlichen Gehörs durch elektrische Stimulation lässt sie die Sprache völlig verstehen und frei mit der Umgebung kommunizieren. Dieser bahnbrechende Ansatz in der Wissenschaft und Medizin bedeutet, dass eine elektrische Stimulation im Bereich des teilweise intakten Innenohrs möglich ist, was mit der Békésy-Theorie der Wanderwelle nicht völlig übereinstimmt, für die der Autor 1961 den Nobelpreis erhalten hat.

Im Institut für Physiologie und Pathologie des Gehörs werden täglich seit 13 Jahren die weltweit meisten gehörverbessernden Operationen durchgeführt.

Die Voraussetzungen für eine Schule sind heute in der modernen Wissenschaft allgemein bekannt. Es muss eine leitende Person bzw. eine Gruppe leitender Personen, die ein dokumentiertes reichhaltiges wissenschaftliches und klinisches Werk vorweisen muss bzw. müssen, und ein hochspezialisiertes Mitarbeiterteam vorhanden sein. Es ist auch empfehlenswert, dass auch eine möglichst zahlreiche Gruppe internationaler Experten und Partner da ist, die führende wissenschaftliche Zentren aus der ganzen Welt vertreten. Das Ergebnis der Arbeit der leitenden Personen, Mitarbeiter und Partner soll eine bedeutende, möglichst hohe Anzahl von Originalarbeiten und Vorträgen auf den wichtigsten kontinentalen wie internationalen wissenschaftlichen Kongressen in dem jeweiligen Bereich der Wissenschaft und Medizin sein. Eine relevante Leistung, die die Ergebnisse und die Bedeutung einer “Schule” untermauern, macht das möglichst große klinische Material mit mehrjährigen Beobachtungen aus. Einen wichtigen Indikator, der das Vorhandensein und die Bedeutung der Leistungen der Schule nachweist, bilden auch Anerkennungsbeweise, Auszeichnungen, Namenszitate und Gutachten in dem jeweiligen Bereich der Wissenschaft. Die Behandlung des partiellen Hörverlustes als polnische Schule in der internationalen Wissenschaft erfüllt alle oben genannten Kriterien.

Das 1997 von Skarżyński initiierte Programm der Verbindung des auf dem akustischen Wege erzielten Gehörs mit dem auf dem elektrischen Weg erzielten Gehör nach der Implantation des Implantates versammelte eine Gruppe von über 50 Spezialisten im Institut für Physiologie und Pathologie des Gehörs: Fachärzte, klinische Ingenieure, Psychologen, Pädagogen, Logopäden und Techniker. Sie leisteten einen wissenschaftlichen, klinischen, didaktischen und organisatorischen Beitrag zum Werk der “Schule”. Die leitenden Persönlichkeiten aus dem IFPS sind Autoren von einigen hundert Publikationen und Vorträgen, in denen 52 Wissenschaftler aus 34 Ländern Mitarbeiter, Partner und Koautoren sind. In den Jahren 2000 – 2016 präsentierte das Team des IFPS (selbst oder zusammen mit seinen ausländischen Partnern) 2135 Vorträge nur auf kontinentalen Kongressen im Bereich der HNO-Heilkunde, Audiologie und verwandten Disziplinen. Die gleiche Gruppe veröffentlichte 1564 Publikationen über alle Aspekte der Diagnostik, Behandlung und Rehabilitation des partiellen Hörverlustes. Weitere Abhandlungen, Analysen, mehrjährige Beobachtungen betreffen die weltweit größte Gruppe von 3176 Patienten mit dem partiellen Hörverlust.

In Bezug auf die “polnische Schule” muss auf einige bahnbrechende Leistungen und Daten aufmerksam gemacht werden. 2000 stellten Prof. Henryk Skarżyński und Dr. habil. Ing. Artur Lorens die ersten Meldungen über die Bedeutung der erhaltenen nicht funktionellen Hörreste auf europäischen Kongressen in Antwerpen und Berlin dar. Die Erhaltung der geringen Hörreste nach der Implantation bedeutet eine wichtige Unterstützung für den Prozess der Gehör- und Sprachrehabilitation und Erhaltung der Struktur des Innenohres im unveränderten Zustand, was die eventuellen neuen Behandlungsmethoden in der Zukunft anwenden lässt. Zugleich lässt die Anwendung des Cochlea-Implantates in dieser Phase der Behandlung des partiellen Hörverlustes das Gehör und die Sprache entwickeln und eine oder sogar mehrere Sprachen beherrschen. Ein weiterer Meilenstein im Bereich der Behandlung des klassischen partiellen Hörverlustes war die weltweit erste Implantation bei einem Erwachsenen, die im Jahre 2002 von Prof. Henryk Skarżyński durchgeführt wurde. Vor diesem bahnbrechenden Eingriff konnte die Patientin nur im Niederfrequenzbereich bis 500 Hz hören. Für die sonstigen Töne blieb ihr Ohr vollständig taub. Die Erhaltung des Gehörs im Niederfrequenzbereich und Ergänzung dessen durch die elektrische Stimulation in sonstigen Bereichen begann eine dynamische Entwicklung dieser Richtung in der Forschung und klinischen Praxis. Nach 2 Jahren Beobachtung erwachsener Patienten, die im Institut operiert wurden, führte Prof. Henryk Skarżyński die weltweit erste Operation der Implantation bei einem Kind mit partiellem Hörverlust durch. 2009 hielt er den weltweit ersten Vortrag über die Behandlung dieser Störung und 2010 wurde eine Publikation veröffentlicht, die das Konzept von Skarżyński in Bezug auf die Behandlung verschiedener Gruppen von Patienten mit partiellem Hörverlust präsentierte. Das hing mit der Berücksichtigung drei folgender Kriterien zusammen:

a/ Anwendung der chirurgischen Methode der „6 Schritte nach Skarżyński”,

b/ Wahl und Umsetzung des Zugangs zum Innenohr durch das Schneckenfenster als des physiologischsten Weges,

c/ Anwendung verschiedener flexibler Elektroden, darunter der Cochlear SRA Elektrode, die von Skarżyński entwickelt wurde [12].

Die weitere Entwicklung des Programms der Behandlung des partiellen Hörverlustes erfolgte im IFPS. Prof. Skarżyński und sein Team verbreiteten zugleich die Methode auf der Welt, indem sie ihre Grundsätze auf den wichtigsten internationalen und kontinentalen wissenschaftlichen Kongressen präsentierten. Die Vorträge wurden um Live-Schauoperationen ergänzt, die Skarżyński in Asien, Europa und Amerika durchführte. Zugleich wurde eine Reihe internationaler Forschungs- und Schulungsworkshops 2007 unter dem Namen Window Approach Workshop gestartet (bis 2016 gab es 24 Ausgaben), die der Verbreitung des klinischen Wissens und Gewährleistung eines optimalen Trainings dienen sollten. Bis 2016 nahmen über 3.500 Ohrchirurgen aus der ganzen Welt an einem solchen praktischen Training teil, das Untersuchung von Patienten und Beobachtung von Schauoperationen einbezog. Seit 2010 finden Präsentationen von Operationen des partiellen Hörverlustes unter Anwendung verschiedener Elektroden und Implantatsysteme während der jährlichen Internationalen Tage der Teleohrchirurgie im Rahmen des Live International Otolaryngology Network statt, die von Skarżyński für Beobachter aus der ganzen Welt durchgeführt werden. Gleichzeitig werden die Schauoperationen aus einigen Zentren in Australien, Asien, Europa und Süd- bzw. Nordamerika live übertragen. Sie versammeln von einigen tausend bis über zehntausend Teilnehmer.

Der Präsentation der polnischen Schule der Behandlung des partiellen Hörverlustes ging ein riesiger Vortrag einer internationalen Gruppe von leitenden Personen voraus, die sich mit der Umsetzung des Programms des partiellen Hörverlustes befassten. Zur engen Weltspitze gehörten in diesem Bereich: W. House und T. Balkany aus den USA, Ch. Choaurd aus Frankreich, K. Burian aus Österreich, E. Lehnhardt aus Deutschland, G. Clark und W. Gibson aus Australien. Die Mehrheit der internationalen Gruppe der leitenden Persönlichkeiten nahm an Konferenzen teil, die durch das Team des IFPS in Polen veranstaltet wurden.

Praktische Vorbereitungen auf den Start des Programms der Behandlung der Gehörlosigkeit in unserem Land wurden 1991 von Prof. Henryk Skarżyński mit der Unterstützung der Stiftung für die Entwicklung der Medizin “Der-Mensch-dem-Menschen” aufgenommen. Am 16. und 17. Juli 1992 führte er die landesweit erste Operation zur Behandlung des vollständigen Hörverlustes durch. Die weitere Entwicklung des Programms führte zu einer allmählichen Erweiterung der Indikationen für die Anwendung der Cochlea-Implantate. Das ließ den Grundstein zur Einleitung des Programms der Behandlung des partiellen Hörverlustes legen. In der ersten Zeit seiner Umsetzung in den Jahren 2002-2008 betraf das Programm die Verbindung des elektrischen Gehörs mit dem erhaltenen natürlichen Gehör bis 500 Hz. In den nächsten Jahren wurde die elektrische Ergänzung für die Frequenzen 750 Hz und 1000 Hz angepasst. Eine Spitzenleistung waren die weltweit ersten Publikationen aus den Jahren 2014 und 2015, in denen Skarżyński und seine Mitarbeiter die Möglichkeit der Behandlung des partiellen Hörverlustes bei erhaltenem natürlichen Gehör bis 1500 Hz präsentierten. Für die klinische Praxis bedeutet das die Möglichkeit der Behandlung von Personen mit einer solchen Schwerhörigkeit im beliebigen Alter. Das eröffnet auch neue Perspektiven der Hörtherapie für Senioren. Sogar ¾ von Personen mit mehr als 70 Jahren haben verschiedene Hörstörungen, die ihnen die tägliche Kommunikation erschweren. Weltweit haben einige zehn Millionen Menschen den klassischen partiellen Hörverlust über 1500 Hz. Sie sind nicht gehörlos. In der Diagnostik bei Stille kann ihr Sprachverstehen bei 40-60 Proz. liegen. Unter standarisierten Untersuchungsbedingungen bei Lärm, d.i. unter annähernd natürlichen Bedingungen fällt ihr Sprachverstehen jedoch auf 11-22 Proz. Das zieht eine allmähliche Isolierung und Zurückgezogenheit und bei immer mehr Patienten tiefe Depression nach sich. In den modernen Gesellschaften wird die Gruppe immer zahlreicher, was bedeutet, dass der partielle Hörverlust bereits heute für ein gesellschaftliches Problem erachtet werden kann.

Um die Wende zum 21. Jahrhundert machten einige Forscherteams auf der ganzen Welt auf das Problem der Erhaltung der nicht funktionellen Hörreste und somit der unveränderten Struktur des Innenohrs aufmerksam. Der durch das IFPS Team initiierte Trend und insbesondere die ersten Ergebnisse bei Kindern und Erwachsenen im Jahre 2000 zeigten, dass ein nicht geschädigtes Innenohr künftig die Anwendung neuer Technologien der Gehörwiederherstellung und/oder Erhaltung des guten Gehörs in jedem Alter ermöglicht.

Aktuell wurden dort Programme der Behandlung des partiellen Hörverlustes bei Hörresten bis 250 und 500 Hz bei Erwachsenen im verschiedenen Umfang entwickelt. Es werden Versuche der Durchführung ähnlicher Operationen bei Kindern vorgenommen. Die neusten Indikationen für die akustische und elektrische Stimulation des geschädigten Innenohrs wurden im neuesten Konzept von Skarżyński et al. im Jahr 2014 erfasst. Ihre Grundlagen stellt die anschließende Abbildung dar.

Abb. 1. Das neueste Konzept der Unterstützung des geschädigten Gehörs in den genannten Bereichen:

a/ akustische Unterstützung mit Hörgeräten und Mittelohrimplantaten (Acoustic stimulation – AS),

b/ elektrische Unterstützung für die Erzielung eines effektiven natürlichen und elektrischen Gehörs (partial deafness treatment – electro-natural stimulation PDT-ENS),

c/ elektrische Ergänzung der erhaltenen Hörreste nur bei Niederfrequenzen bis 500 Hz (partial deafness treatment – electric complement PDT-EC),

d/ kombinierte elektrische und akustische Stimulation mit einem Hörgerät und Cochlea-Implantat (partial deafness treatment – elektro-acoustic stimulation PDT-EAS),

e/ ausschließlich elektrische Stimulation mit Erhaltung der Struktur des Innenohrs und der nicht funktionellen Hörreste (partial deafness treatment – electric stimulation PDT-ES).

Eine äußerst relevante Aufgabe für die “polnische Schule” stellte die Suche nach standarisierten Methoden der quantitativen und qualitativen Bewertung von Therapieergebnissen in verschiedenen Patientengruppen dar. Aus der Initiative von Skarżyński und seinem Team aus dem IFPS wurden Arbeiten im Rahmen der internationalen Gruppe HeaRring initiiert, dank denen die weltweit erste Skala für die Bewertung der Ergebnisse erarbeitet werden konnte. Auf dieser Grundlage wurde die Skala nach Skarżyński et al. 2012 erarbeitet und veröffentlicht, die nun die Ergebnisse der operativen Behandlung bei immer breiteren Patientengruppen archivieren und vergleichen lässt. Die Arbeit in einer Gruppe von einigen zehn herausragenden Wissenschaftlern aus der ganzen Welt trug zur Stärkung der Position der “polnischen Schule” in der modernen Wissenschaft und Medizin bei.

Das finale Argument, das von einer hohen Stellung der “polnischen Schule” in den internationalen wissenschaftlichen Kreisen zeugt, machen Namenszitate sowie Preise und Auszeichnungen aus, die durch Wissenschaftler- und Expertengremien verliehen werden. Erixon et al. gab 2015 in einer am höchsten rangierten wissenschaftlichen Zeitschrift Ear & Hearing an: „Skarżyński schlug die erste Patientengruppe mit PDT-EC im Unterschied zu PDT-EAS vor” [26]. 2011 schrieben Von Ilberg und ein zahlreiches internationales Team von Mitautoren in der an der zweiten Stelle rangierten Zeitschrift Audiology & Neurotology: „Das Team aus Warschau erweiterte Kriterien der Indikationsstellung durch die Implantation bei Patienten mit einem steil abfallenden Audiogramm (PDT-EC)”. In demselben Artikel lesen wir weiter: “Bisher berichtete nur Skarżyński über die Anwendung der elektrisch-akustischen Stimulation bei Kindern”. In der Zusammenfassung wurde vermerkt: „Skarżyński präsentierte zusammen mit seinem Team Ergebnisse der Anwendung der Methode der Behandlung des partiellen Hörverlustes (PDT) bei Kindern”. Weiter lesen wir: “Skarżyński gab an, dass die Implantation bei Kindern mit PDT die Erfahrung mit der Implantation bei Erwachsenen mit PDT voraussetzt”. Zusätzlich wurde hinzugefügt: „Die von Skarżyński entwickelte chirurgische Technik lässt das Gehör in 95-100% erhalten”. 2015 schrieb Guimares et al. in B.J. Otorhinolaryngology: „Die heute am häufigsten verwendete Klassifikation der Gehörerhaltung ist die Klassifikation von Skarżyński”.

Es muss darauf hingewiesen werden, dass die “polnische Schule” die steigenden Möglichkeiten der polnischen Patienten im Bereich der Gehör- und Sprachentwicklung, der Fremdsprachenkenntnisse und der Entfaltung der künstlerischen (vokalen wie musikalischen) Fähigkeiten nach sich zieht. Das beste Beispiel waren die musikalischen Fähigkeiten, die auf dem 1. Internationalen Musikfestival Schneckenrhythmen “Beats of Cochlea” präsentiert wurden.

Unter den einigen zehn verschiedenen Auszeichnungen und Preisen, die an Prof. Henryk Skarżyński und seinem Team auf der landes- und weltweiten Ebene im Zusammenhang mit der Umsetzung und Verbreitung der “polnischen Schule” verliehen wurden, sind drei besonders betonenswert. Der erste Preis ist der “Preis des 21. Jahrhunderts”, der die Hauptauszeichnung im internationalen Wettbewerb “21st Century Achievement Award Winners” in der Kategorie des Gesundheitswesens darstellt und 2010 für das System der Fernanpassung und Telerehabilitation im Zusammenhang mit der Entwicklung und Umsetzung der telemedizinischen Betreuung für Patienten mit partiellem Hörverlust in Washington zuerkannt wurde. Den zweiten Preis macht die Goldmedaille im Wettbewerb Prix Galien für das weltweit erste Teleaudiologische Landesnetz für Patienten nach Implantation aus, die 2014 in Monte Carlo verliehen wurde und als Oskar oder Nobel auf diesem Gebiet gilt. Der dritte Preis ist die höchste Auszeichnung der internationalen Kreise für Prof. Henryk Skarżyński als einen von vier Wissenschaftlern weltweit für seinen herausragenden Beitrag zur Entwicklung der Wissenschaft und Medizin und die Sicherstellung der optimalen Möglichkeiten der interpersonalen Kommunikation in der modernen Gesellschaft. Der Preis wurde Prof. Henryk Skarżyński u.a. für die Leitung und Anregung der internationalen Kreise durch Gründung eines renommierten medizinischen Zentrums für die chirurgische Behandlung der Hörstörungen sowie für die rastlose Fürsprache für Personen mit Hörstörungen auf der ganzen Welt verliehen.

In ihrem Kommentar zum Vortrag von Prof. Henryk Skarżyński wies die Redakteurin Jadwiga Kamińska auf folgendes hin: Die 2002 durchgeführte weltweit erste Implantation bei einem Patienten mit partiellem Hörverlust war ein sehr mutiger Schritt. Prof. Skarżyński war sich dessen bewusst, dass die Einführung einer Elektrode in die Cochlea die in der Fachliteratur beschriebene Ordnung im Ohr zerstört. Er ging noch ein weiteres Risiko ein und veranstaltete eine Live-Übertragung des Eingriffs im Internet, worüber er die medizinischen Kreise und Journalisten vorher informierte. Den Verlauf der Operation beobachteten Tausende von Spezialisten aus der ganzen Welt. Der Eingriff wurde zu einem Meilenstein in der Ohrchirurgie und Prof. Skarżyński, der Pionier der internationalen Ohrchirurgie wurde, gab Patienten mit partiellem Hörverlust Hoffnung auf die Rückkehr in die Welt der Töne und neue Perspektiven im Leben.

Während der Debatte konnten die eingeladenen Gäste 10 Vorträgen und Kommentaren der Medienvertreter beiwohnen: Die Referate wurde gehalten von:

Prof. Dr. habil. med. Ryszard Piotrowicz: 21. Jahrhundert: Zeitalter der Telemedizin am Beispiel moderner Umsetzungen

In der Meinung von Prof. Piotrowicz bildet die Telemedizin kein Gadget mehr, sondern sie ist eine Bedingung, die erfüllt werden muss, damit das System des Gesundheitswesens an die heutige gesellschaftliche, politische und wirtschaftliche Wirklichkeit angepasst werden kann. Der Schlüssel zum Erfolg macht die Einführung telemedizinischer Lösungen in die tägliche therapeutische Praxis aus. In Polen führen viele Zentren telemedizinische Prozeduren durch, aber nur im Rahmen von Forschungsprojekten. Ein Beispiel dafür sind u.a. das weltweit erste Teleaudiologische Landesnetz, häusliche Fernüberwachung bei Herzinsuffizienz, die TMC Cardio Plattform, EKG-Fernübertragung aus Rettungswagen in das Hämodynamische Labor oder aber hybride kardiologische Telerehabilitation. In der Meinung von Prof. Ryszard Piotrowicz kann die kardiologische Telerehabilitation zum polnischen Beitrag zu europäischen Standards des Vorgehens mit Patienten mit Herzinsuffizienz werden.

Kommentar zum Vortrag Red. Henryk Szrubarz: Die Anzahl älterer, weniger leistungsfähiger Personen nimmt zu und die der Ärzte und des Pflegepersonals nicht. Die medizinischen Kosten werden nicht niedriger. Zum Glück entwickelt sich der telemedizinische Markt weltweit lawinenartig – um 12-13 Proz. jährlich. In Polen befinden wir uns am Anfang des Weges; der Marktanteil der telemedizinischen Leistungen beläuft sich auf ca. 1 Proz. Wir müssen somit viel nachholen, aber wir beginnen bereits damit. Die Weltprognosen sehen eine 30-prozentige Reduzierung der Ausgaben für Krankenhausgeräte zugunsten der häuslichen telemedizinischen Lösungen vor. Das ist die wahre Revolution in der Medizin!

Prof. Dr. habil. med. Mirosław Ząbek: Anwendung der Gammastrahlung als Quelle therapeutischer Energie

Das Konzept der Behandlung mit dem Gamma-Knife besteht in der Verwendung der Gammastrahlung als Quelle der therapeutischen Energie, die auf die krankhaft veränderte Gehirnregion fokussiert wird. Die einzelnen Gammastrahlenbündel, die eine kleine Energiemenge transportieren, beschädigen nicht das Gewebe, durch die sie hindurchdringen. Nach der Fokussierung an einer zentralen Stelle kommt es zur Zerstörung atypischer Krebszellen. Professor Ząbek präsentierte den Versammelten die neuesten Ergebnisse der Studien mit Eingriffen mit Gamma-Knife, das Tumoren und andere Läsionen im Gehirn wie Neurome des N. vestibulocochlearis, Neuralgien des N. trigeminus, Hämangiome oder Zittern bei Morbus Parkinson mit Strahlen entfernen lässt.

Kommentar zum Vortrag Red. Paweł Kruś: Ich schließe mich der Meinung von Prof. Ząbek an, dass es notwendig ist, die moderne Strahlenchirurgie in Polen zu entwickeln. Vor allem aus dem Grund, dass die herkömmlichen strahlentherapeutischen Methoden ca. 30 therapeutische Sitzungen voraussetzen, und die moderne Strahlenchirurgie und -therapie reduziert die Anzahl auf 1 bis 2. Dieses Feld entwickelt sich leider nicht kontinuierlich, denn es fehlt an einer stabilen Strategie im Gesundheitsministerium. Die geltenden Rechtsvorschriften bedürfen auch einer Änderung.

Prof. Dr. habil. med. Jan Walewski: Präzisionsimmunologie: Erfolge und Chancen in der Onkologie

Prof. Walewski präsentierte einen kurzen Überblick über die Errungenschaften der modernen Immuntherapie, dem zu entnehmen ist, dass sich die Krebsimmuntherapie durch einen riesigen Fortschritt in der Wissenschaft, insbesondere in der Genetik und Immunologie sowie durch technologische Entwicklungen dem Ideal einer präzisen Medizin nähert, die in der Anwendung therapeutischer Faktoren besteht, welche gezielt auf Mechanismen der Erhaltung pathologischer Zellen und nicht auf alle kranken wie gesunden Zellen des Körpers wirken, wie es bei der herkömmlichen Chemotherapie der Fall ist. Die Immuntherapie gibt heute Personen, die an Tumoren litten, die bisher auf keinerlei pharmakologische Therapie antworteten, eine neue Chance; sie trug auch zur deutlichen Steigerung der Therapiewirksamkeit bei vielen anderen Tumorerkrankungen.

Kommentar zum Vortrag Red. Artur Wolski: Der Bereich der Medizin eröffnet neue Räume und Gebiet vor uns, von denen wir bisher nur träumen konnten. Bei Krankheiten, bei denen sowohl Patienten als auch Spezialisten den Kampf ums Leben verloren, bekommen wir nun dank der Präzisionsimmunologie eine Chance.

Prof. Dr. habil. med. Wojciech Wojakowski: Transkutaner Verschluss paravalvulärer Leckagen: Chance auf Vermeidung weiterer Herzoperationen

Die paravalvulären Leckagen bilden eine der Komplikationen bei Kranken nach Implantation einer Herzklappenprothese. Zu den Ursachen der Leckage können paravalvuläre Infektionen, Abbruch der Kontinuität einer der Nähte, Gewebeschaden um den Ring oder Einschränkung der Beweglichkeit des Klappendiskus durch einen Thrombus gehören. Die Erkrankung wird kardiochirurgisch behandelt. Als Alternative für die chirurgische Methode steht der transkutane Verschluss der Leckage seit über zehn Jahren zur Verfügung. Die Methode steigert deutlich die Sicherheit und den Therapieerfolg und verbessert somit die Prognose für den Patienten. Die Prozedur des Verschlusses der Leckagen ist mit einem hohen Kostenaufwand verbunden, der jedoch sowieso niedriger ist als beim chirurgischen Vorgehen. Dank Mitteln aus dem STRATEGMED Programm entsteht ein neues, innovatives Gerät zum Verschluss der paravalvulären Leckagen.

Kommentar zum Vortrag Red. Ryszard Golański: Prof. Wojakowski ist Vertreter der invasiven Kardiologie, die eins der sich am dynamischsten entwickelnden Gebiete der Medizin ist. Invasive Kardiologen haben immer mehr Patienten, sowohl Kinder als auch Erwachsene, was mit der Reduzierung von chirurgischen Patienten einhergeht. Ein Beispiel für eine Prozedur, die heutzutage ein Standard in Laboren, Hybridsälen und OP-Trakten ist, stellt die transvaskuläre Aortenklappen-Implantation dar. Die Methode des transkutanen Verschlusses der Leckagen bildet eine Innovation in der polnischen Kardiologie.

Prof. Dr. habil. med. Marek Krawczyk: Hoffnungen und Risiken der Organtransplantationen von lebenden Spendern

Prof. Krawczyk präsentierte kurz die Geschichte der Organtransplantationen von lebenden Spendern, erzählte über Vorteile einer solchen Transplantation und wies darauf hin, dass das eine zusätzliche Quelle von Organen ist, die Operation geplant erfolgen kann und der Patient bessere Langzeitergebnisse hat. Prof. Krawczyk befasste sich in seinem Referat detaillierter mit den Leberteiltransplantationen von lebenden Spendern und bot konkrete Beispiele von Patienten und ihren Familien dar. Er ermunterte zu solchen Familientransplantationen und wies darauf hin, dass die Spender deutlich länger als der Durchschnitt leben.

Kommentar zum Vortrag Red. Zbigniew Wojtasiński: Wenn man nur die Angaben von Poltransplant für das Vorjahr unter die Lupe nimmt, kann man feststellen, dass in Polen nur wenige Organtransplantationen von lebenden Spendern durchgeführt werden: Weltweit machen Lebendspenden (hiermit meine ich Nieren) über die Hälfte aller Transplantationen aus und in Polen sind es nur 5 Proz. Die Transplantationen von lebenden Spendern stellen hierzulande die sprichwörtliche Achillesferse der polnischen Transplantologie dar. Das ergibt sich aus der Tatsache, dass viele Transplantationsmediziner und Chirurgen der Auffassung sind, dass die Organe von lebenden Spendern nicht entnommen werden sollten, weil die Operation selbst mit einem hohen Risiko einhergeht und der Spender eine Art Verletzung erleidet. Bei einer solchen Annahme müssten wir auf viele andere Operationen verzichten. Darüber hinaus bleibt die Situation von nicht verwandten altruistischen Spendern in Polen weiterhin nicht entsprechend gelöst.

Prof. Dr. habil. med. Piotr Radziszewski: Zur Rolle der Biomarker in der personalisierten Therapie am Beispiel der Urologie

Biomarker sind Tests, die die jeweilige Krankheit bei der jeweiligen Person charakterisieren lassen. Es kann sich hier um Bildgebung, Funktions- oder aber molekulare Diagnostik handeln. Die Biomarker können auch in diagnostische, prognostische und solche unterteilt werden, die für die Wahl der Behandlungsmethode entscheidend sind. Die meisten Hoffnungen und Emotionen wecken natürlich die Biomarker, die für die Therapieentscheidungen ausschlaggebend sind, weil sie zeigen, welches konkrete Arzneimittel bei dem jeweiligen Patienten anzuwenden ist. Durch die Verwendung der diagnostischen Biomarker, die sich durch eine hohe Empfindlichkeit und Spezifität kennzeichnen, können wir vielen Patienten sehr invasive Therapien ersparen. Die prognostischen Biomarker lassen dagegen voraussehen, was mit dem Patienten innerhalb von einigen nächsten Jahren passiert, und die Therapie entsprechend planen.

Kommentar zum Vortrag Red. Małgorzata Wiśniewska: Unseren Zuschauern erzählen wir über Krebserkrankungen am Beispiel konkreter Patienten. Viele von ihnen hätten auf viele unangenehme medizinische Prozeduren verzichten können, wenn sie vorher genetisch untersucht worden wären. Leider werden die Untersuchungen nur in einem sehr eingeschränkten Umfang aus der Staatskasse finanziert. Einerseits haben wir also phantastische moderne Behandlungsmethoden, andererseits aber fehlen Mittel für Untersuchungen, die der Behandlung vorausgehen. Wirklich schade!

Prof. Dr. habil. med. Wojciech Witkiewicz: Über Perspektiven der Robotik in der Medizin

Der Professor präsentierte den Konferenzteilnehmern die neuesten Standards des DaVinci-OP-Roboters in der allgemeinen und onkologischen Chirurgie, Urologie, Gynäkologie und HNO-Heilkunde. Der Roboter besteht aus vier Armen. Jeder von ihnen ist mit chirurgischen Instrumenten ausgestattet. Operateuren, die mit seiner Hilfe arbeiten, stehen zwei Konsolen und ein dreidimensionales Bild mit der Möglichkeit einer zehnfachen Vergrößerung zur Verfügung. Die Roboter werden europa- wie weltweit immer häufiger angewandt. In den Vereinigten Staaten werden bereits Tausende von Operationen mit Hilfe des Roboters durchgeführt. Ähnlich ist es in europäischen Ländern, unter anderem in Großbritannien, Belgien, Dänemark und Tschechien, wo die Roboterchirurgie zu 100 Proz. aus der Staatskasse finanziert wird. Die polnischen Patienten haben praktisch überhaupt keinen Zugang zur Hilfe des DaVinci-Roboters, auch wenn sie den Eingriff mitfinanzieren möchten. Denn die medizinischen Leistungen, die in einem öffentlichen Krankenhaus erbracht werden, dürfen nach polnischem Recht nicht privat bezahlt werden. Daher konnte der DaVinci-Roboter statt Tausende von Patienten nur einige zehn operieren. Alle Eingriffe fanden im Rahmen von Forschungsprojekten statt. Prof. Witkiewicz betonte, dass eine durch den Roboter operierte Person zehnfach weniger Blut als während einer klassischen OP verliert, weniger Schmerzen nach dem Eingriff empfindet, kürzer im Krankenhaus bleibt und schneller wieder gesund wird und eine normal Alltagsaktivität zurückgewinnt.

Kommentar zum Vortrag Red. Krzysztof Jakubiak: Die Robotik entwickelt sich nicht nur in der Chirurgie. Die Roboter finden auch in der Rehabilitation, Pflege und verschiedenen Therapien Anwendung. Sehr interessant erscheinen auch medizinische Berichte über robotisierte Pillen (die sog. IT), die den Wirkstoff an die gewählte Körperregion befördern. Kürzlich wurde auch über die erste robotisierte Krankenschwester berichtet.

 Prof. Dr. habil. med. Wiesław Nowiński: Neue Richtungen in der digitalen Medizin: Von virtuellen Modellen bis zu entscheidungsfördernden Systemen

Professor Nowiński, der über 30 digitale Gehirnatlanten anfertigte, stellte das Konzept seiner Erfindung dar, von dem einige zehntausend Studenten, Ärzte, Krankenpfleger bzw. -schwerstern lernen. Die weltweit genausten digitalen Gehirnkarten helfen u.a. bei der Behandlung von Morbus Parkinson und Schlaganfällen. Der Atlas hat eine viel bessere Auflösung als alle eingescannten Dokumente. Das lässt zum Beispiel den Genesungsprozess verfolgen, was Prof. Nowiński betonte. Er fügte hinzu, dass die Gehirnkarten auch bei der Behandlung von Komplikationen nach einem Schlaganfall angewandt werden. Denn der Atlas macht es uns möglich, Bereiche zu bestimmen, die bereits verloren bzw. noch gefährdet sind. Aktuell will Prof. Nowiński einen neuen Atlas in Bezug auf die Alzheimer-Krankheit erarbeiten.

Prof. will in unserem Land ein Projekt des Innovativen Polens zusammen mit dem Polnischen Silicon Valley umsetzen. Er betonte, dass es “unsere größte Herausforderung des 21. Jahrhunderts” ist. Der Plan der Gründung einer Technopolis, die die Grundlage des Polnischen Silicon Valley sein könnte, stoß auf Interesse vonseiten des stellvertretenden Ministerpräsidenten Jarosław Gowin.

Kommentar zum Vortrag Red. Paweł Kruś: Das Konzept der Gründung einer Technolopolis in Warschau ist äußerst pragmatisch, obgleich es auch Bedenken wecken kann. Mit dem höchsten Risiko sind die zwei ersten Phasen der Umsetzung der Innovation verbunden: Bau eines Prototyps und Suche nach Kooperationspartnern auf dem Markt. Das Projekt bedarf leider riesiger Finanzaufwendungen für Forschungen und Entwicklungsarbeiten.

Dr. habil. med. Tomasz Łysoń: Endoskopische Exploration der Schädelbasis: Mikroinvasive Chirurgie im Bereich von am schwersten zugänglichen anatomischen Regionen

Die endoskopische Exploration der Schädelbasis erweist sich als besonders vorteilhaft vor allem bei der Entfernung von Tumoren. Die meisten von ihnen (wie Meningiome, Adenome) sind benigne Läsionen, die die Gehirnstrukturen nicht infiltrieren und sich leicht abtrennen lassen. Den Vorteil der endoskopischen Exzision solcher Veränderungen (neben der Beseitigung des Drucks auf das Gehirn) bildet die Möglichkeit der frühen Anämisierung des Tumors dank der Ausschaltung der Blutversorgung. Bei anderen Tumoren wie z.B. Chondromen des Clivus garantiert die vollständige Entfernung des Tumors nicht, dass es zu keinem Rezidiv kommt, deshalb bildet bereits ihre Reduzierung ein akzeptables Ergebnis der endoskopischen Operation. Die endoskopische Chirurgie der Schädelbasis ist eine neue und moderne medizinische Technologie, die sich in großem Maße auf fortgeschrittene technische Lösungen und sehr gute Fähigkeiten des Operateurs stützt. Die Analyse der klinischen Berichte aus den letzten Jahren lässt das Fazit ziehen, dass die Zukunft der Neurochirurgie der Endoskopie gehört und die Technik in über zehn Jahren zu führenden, wenn nicht sogar obligatorischen neurochirurgischen OP-Techniken zählt.

Kommentar zum Vortrag Red. Monika Zalewska: Ihre Leistungen stellen ein ausgezeichnetes Beispiel dafür, dass man Barrieren durchbrechen und weitergehen kann, wenn sich Wissenschaftler, Ärzte, Professoren, Unternehmer und Politiker treffen und mit Wohlwollen und Respekt miteinander reden.

Zusammenfassend muss festgehalten werden, dass die Konferenzteilnehmer sich darüber einig waren, dass es in der polnischen Medizin nicht an bahnbrechenden und innovativen Lösungen fehlt. In vielen Fällen stellt jedoch der Mangel an Mitteln für innovative Entwicklungen das Problem. “Wir können auf die polnischen Wissenschaft stolz sein. Wir können unsere Errungenschaften zeigen und Erfahrungen austauschen. Die polnischen Ärzte mussten vorher in andere Länder fahren, um dort etwas Neues zu lernen; heute kommen unsere ausländischen Kollegen häufiger nach Polen, um hier Kenntnisse und Erfahrungen zu sammeln”, wie der Senatsmarschall Stanisław Karczewski sagte.