Zur Entwicklung der Telemedizin – Eröffnungsvortrag von Prof. Henryk Skarżyński

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Zur Entwicklung der Telemedizin – Eröffnungsvortrag von Prof. Henryk Skarżyński

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Zur Entwicklung der Telemedizin – Eröffnungsvortrag von Prof. Henryk Skarżyński

Während der Eröffnung des Hochschuljahres 2016/2017 an der Kardinal-Stefan-Wyszyński-Universität am 07.10. 2016 hielt Prof. Henryk Skarżyński einen Eröffnungsvortrag über die Entwicklung der Telemedizin.

Die Telemedizin bedeutet eine neue Qualität in der medizinischen Betreuung. Sie bietet die Möglichkeit der Überwachung großer Gruppen von Patienten, insbesondere von Senioren, die von Jahr zu Jahr zahlreicher werden. Sie macht es auch möglich, Reihenuntersuchungen der Bevölkerung als Instrument der staatlichen Gesundheitspolitik massenweise anzuwenden, die Personalressourcen und das Potenzial besser zu nutzen, das in vielen Hochschulen und medizinischen Instituten steckt, und – was auch sehr wichtig ist – die Kosten des Gesundheitsdienstes zu reduzieren.

Wir feiern das 20. Jubiläum der Gründung des Institutes für Physiologie und Pathologie des Gehörs und das 25. Jubiläum der Behandlung des Hörverlusts in Polen. Das sind zwar keine großen Jubiläen, es steckt dahinter jedoch die weltweit größte Anzahl von Patienten mit Hör- und Sprachstörungen, die die Möglichkeiten der Telemedizin für sich in Anspruch nehmen konnten, und viele moderne medizinische Prozeduren. (…) Unser erstes telemedizinisches Programm “Ich höre” fand in einigen zehn Ländern Anwendung. Im Rahmen des Programms war es möglich, eine Höruntersuchung per Internet durchzuführen, deren Befund feststellen ließ, ob wir normal hören oder nicht. Ein auffälliger Befund wies darauf hin, dass der Patient einen Facharzt aufsuchen muss. 2000 führten wir die erste Fernberatung durch und 2004 wurde das System der Telerehabilitation eingeführt. In seinem Namen “Häusliche Rehabilitationsklinik” verbirgt sich die Botschaft, dass das Zuhause den freundlichsten Rehabilitationsort für ein Kind mit einem Hörschaden bildet: Beim Spielen zu Hause kann es sprechen lernen. 2007 wurde das weltweit erste System der Fernanpassung eines implantierten Hörimplantates im Institut eingeführt. Das Jahr 2009 bedeutet den Anfang des weltweit ersten Teleaudiologischen Landesnetzes (…).

Heute kann man über Telemedizin in Bezug auf die meisten medizinischen Fachbereiche sprechen, wie u.a. Kardiologie, Radiologie, HNO-Heilkunde, Audiologie oder Rehabilitation. Ich präsentiere hier die Daten des Kardiologischen Institutes. In Anin wird nämlich eine fantastische Idee der häuslichen Telerehabilitation entwickelt, die die Überwachung des Zustandes von Patienten außerhalb des medizinischen Zentrums möglich macht. Heute wird über den großen Fortschritt in der Kardiologie und den riesigen Missstand in der Rehabilitation gesprochen. Die Telemedizin bietet die Chance, die Bedürfnisse im Bereich der Nachsorge und Rehabilitation zu befriedigen.

Wir suchen nach Ideen für die polnische Wissenschaft und Medizin. Es bestehen Voraussetzungen dafür, dass solche Bereiche wie Telerehabilitation zur polnischen Marke werden und einen riesigen Beitrag zur Erarbeitung europäischer therapeutischer Standards leisten können. In unserem Land gibt es viele herausragende medizinische Zentren. Für die polnische Medizin sind jedoch solche Lösungen von Bedeutung, die die modernen Therapien allgemein und für alle zugänglich werden lassen. Dank den telemedizinischen Instrumenten kann eine deutlich größere Anzahl von Patienten einer Rehabilitation unterzogen werden.

Im Institut für Physiologie und Pathologie des Gehörs entwickeln wir die Telemedizin konsequent seit Jahren. In diesem Bereich fühlen wir uns als Botschafter Polens und Europas. Wir führten Hörscreening auf anderen Kontinenten, in Afrika, Asien, Südamerika durch und nahmen dabei u.a. die freundliche Unterstützung der Pallottiner für uns in Anspruch, wie es im letzten Jahr in Ruanda und Tansania der Fall war. Wir versuchen, die Telemedizin mit allen möglichen Mitteln zu fördern. Daraus ergab sich die Idee, die mir und dem Komponisten Krzesimir Dębski eingefallen ist: Ein Lied darüber zu schreiben, das von Jacek Wójcicki vorgesungen wird:

Jeder kann Patient sein, jeder oder seine Familie.

Wenn etwas schmerzt, wenn das Leben in Gefahr ist – besser ist die Telemedizin

Ref. Tele, Tele, Telemedizin

Dienst, den du bereits kennst

Dadurch, dass wir sie entwickeln

Gabst du deiner Gesundheit Chance…

Telemedizin ist meine Passion. Als Arzt will ich darauf hinweisen, dass – wie Antoni Kępiński schrieb – “Medizin immer eine Kunst bleibt, denn Ärzte haben es mit individuellen, unterschiedlichen Menschen und nicht mit einem generalisierten Modell zu tun”. Deshalb dürfen wir bei der Entwicklung der Telemedizin nicht vergessen, dass die Technologie nicht alles ersetzen kann. Sie kann uns die Tätigkeit für die Gesundheit jedoch deutlich erleichtern.

Die feierliche Eröffnung des Hochschuljahres wurde durch das Duett Barbara Kaczyńska und Maciej Miecznikowski beendet, die die Hymne des Festivals sangen. Es war ein Lied, das von Prof. Krzesimir Dębski zu einem Gedicht von Prof. Henryk Skarżyński komponiert wurde.