Warschau als Welthauptstadt der Otologie

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Warschau als Welthauptstadt der Otologie

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Warschau als Welthauptstadt der Otologie

Fast 1000 Wissenschaftler, HNO-Ärzte, Audio-, Phonofachkräfte sowie Klinik-Ingenieure aus aller Welt nehmen am 32. Politzer Society Meeting und 2. World Congress of Otology, die in Warschau und Kajetany stattfinden werden, teil. Dadurch wird Polen vom 28.05 bis zum 01.06.2019 zur Welthauptstadt der Otologie – eines Medizinbereiches, der sich mit Physiologie, Befundung, Diagnosestellung und Behandlung von Ohrenerkrankungen befasst. Auf Einladung von Prof. Henryk Skarżyński, Leiters des Welthörzentrums des Instituts für Physiologie und Pathologie des Gehörs und Organisators der beiden Kongresse, werden Spezialisten und Experten aus aller Welt – bei 50 Debatten und Forums – die neuesten Entwicklungen und Forschungsergebnisse auf dem Gebiet der Otologie, Neurootologie und Otochirurgie vorstellen. Die Organisatoren laden auch zu 20 Sondervorträgen ein. Neu im Programm sind eine Vielzahl von praktischen Schulungen sowie mehrere Dutzend Schauoperationen und Workshops, die vom Präsidenten des Kongresses, Prof. H. Skarżyński, organisiert und durchgeführt werden.

Das 32. Treffen der Politzer Gesellschaft wird gemeinsam mit dem 2. Weltkongress für Otologie unter der Schirmherrschaft und Leitung der IFOS – der International Federation of Otorhinolaryngological Societies – als eine Art Brücke zwischen den Mitgliedern der Politzer Gesellschaft und der bei IFOS vertretenen nationalen und kontinentalen Gesellschaften stattfinden.

„Unser Ziel ist es, ein offenes Forum für Diskussionen, Erfahrungs- und Wissensaustausch zwischen Fachleuten aus der ganzen Welt zu schaffen“, sagt Prof. Henryk Skarżyński. „Es ist für uns eine große Ehre, dass uns die internationale wissenschaftliche Gemeinschaft in Anerkennung unserer Leistungen die Organisation dieses globalen otologischen Kongresses anvertraut hat. Bei dieser Veranstaltung werden wir nicht nur unsere Erfolge bei der Behandlung von Teiltaubheit mit Cochlea-Implantaten und die Polnische Schule für Otologie vorstellen. Für die geladenen Gäste haben wir auch ein außergewöhnliches Konzert “Duette musikalisch talentierter Patienten mit Meistern” vorbereitet, “ ergänzt Prof. Skarżyński.

Aus den Daten, die von Spezialisten des Instituts für Physiologie und Pathologie des Gehörs während der mehr als 26 Jahren klinischer und wissenschaftlicher Tätigkeit gesammelt wurden, geht hervor, dass es auf der Welt mehr als 1 Milliarde Menschen mit verschiedenen Hörproblemen, die Einfluss auf ihre alltägliche Funktionsweise, insbesondere Verständigung haben, gibt. Es ist ein großes zivilisatorisches Problem, das enorme soziale und wirtschaftliche Kosten verursacht. Allein in Polen leiden an Hörstörungen 1-2 Prozent der Säuglinge, ca. 20% der Schulkinder und 75 Prozent der 70-Jährigen. Alltäglichkeit, Sprache, Beherrschung der Mutter- und Fremdsprache, Kommunikation, Lernen, Studieren, Arbeiten – all das hängt von der Effizienz des Hörorgans und der Fähigkeit des Gehirns, einen Sinn in der Geräuscheflut zu erfassen, ab.

Laut WHO (Daten von 2016) sind weltweit die Kosten aufgrund von Hörminderungen in der Tat beträchtlich:
• 67-107 Mia. $ – Kosten im Gesundheitswesen aufgrund von Hörstörungen, exklusive Gerätekosten
• 105 Mia. $ – Kosten für Produktivitätsverluste der Mitarbeiter: Arbeitslose und Menschen im Vorruhestand
• 573 Mia. $ – soziale Kosten: soziale Isolation, Verständigungsschwierigkeiten und Stigmatisierung
• 3,9 Mia. $ – Kosten der Ausbildungsförderung bei Kindern mit unterschiedlichen Hörproblemen im Alter von 5-14 Jahren.„Ein gutes Gehör ist die Grundlage für die tägliche Kommunikation.

Wir müssen uns aber die ganze Zeit um ihn kümmern und dafür die Leistungsfähigkeit dieses Organs regelmäßig prüfen. Die Zivilisation hat manchmal einen negativen Einfluss auf seine Funktionsweise, und daraus resultiert die dynamische Entwicklung von Operationsmethoden zur Behandlung von Hörstörungen. Darüber diskutieren wir unter den renommiertesten Fachleuten aus aller Welt, “ sagt Prof. Henryk Skarżyński.

Das Konzert “Duette musikalisch begabter Patienten mit Meistern”

Das Kongressprogramm umfasst unter anderem Themen rund um den Tinnitus, der leider immer häufiger bei immer jüngeren Patienten anzutreffen ist, sowie Kuriositäten im Bereich der Roboterchirurgie des Mittelohrs, genetische und angeborene Hörstörungen und digitale Telemedizin.
Das Konzert findet am 29.05.2019 im Welthörzentrum in Kajetany statt. Die musikalisch begabten Patienten von Prof. Henryk Skarżyński werden in vokalen bzw. instrumentalen Duos mit professionellen Musikern auftreten, u.a. mit Bogumiła Dziel-Wawrowska, Grzegorz Wilk, Gniewomir Tomczyk, Barbara Kaczyńska, Maciek Miecznikowski. Die Künstler werden von der Kammerorchester Divertimento unter der Leitung von Elżbieta Ostrowska begleitet. Unter den Patienten werden wir u.a. Małgorzata Strycharz-Dudziak, Estera Łabiga, Olaf Kaca, Weronika Niczyporuk, Anna Czupryn mit der Tekla-Klebetnica-Band sehen. Mit der Initiierung und der Umsetzung verschiedener Programme zur Behandlung von Gehörlosigkeit am Institut für Physiologie und Pathologie des Gehörs ermöglichte Prof. H. Skarżyński ihnen nicht nur Ausbildung bzw. Arbeit, sondern auch den professionellen Umgang mit Musik. Die Patienten von Prof. Skarżyński singen, komponieren, spielen Instrumente, nehmen Platten auf und geben Konzerte.

IFOS – Internationale Föderation der HNO-Gesellschaften

Mit Blick auf die talentiertesten Patienten wird seit fünf Jahren in Kajetany ein Internationales Musikfestival für Kinder, Jugendliche und Erwachsene mit Hörstörung mit dem Titel „Beats of Cochlea“ organisiert. Seine Teilnehmer sind die besten Botschafter dessen, was bei der Behandlung von Hörstörungen dank dem wissenschaftlichen und medizinischen Fortschritt erreicht wurde. Einige der Finalisten des Festivals traten letztes Jahr zusammen mit dem Professor bei einer Sondersitzung im Europäischen Parlament auf. Ein vollständiges Konzert der Finalisten ist für den 24.09.2019 im Europäischen Parlament in Brüssel geplant.

Politzer Society

Eine unpolitische Organisation, die mehr als 50.000 HNO-Spezialisten aus etwa 120 Mitgliedsländern vertritt, gegründet 1965, um Kontinuität zwischen den Weltkongressen zu gewährleisten, und die sich dann weiterentwickelt hat, um die globalen Probleme von Menschen mit HNO durch eine aktive Büro- und Komitee-Struktur oder Lobbyarbeit bei der Weltgesundheitsorganisation anzugehen. Die Föderation ist Spitzenreiter des globalen Programms zur Prävention von Hörverlust und bietet durch das Projekt Twin Cities den Austausch zwischen den Zentren, insbesondere in Europa.

Eine der ältesten und renommiertesten wissenschaftlichen Gesellschaften, deren Name auf den Namen des Pioniers der Otochirurgie und Otologie aus dem 19. Jahrhundert – Adam Politzer – abgeleitet wurde. Sie ist eine Elitegesellschaft, deren Mission es ist, ein internationales Forum von Wissenschaftlern zu schaffen, die sich mit Otologie, Neurootologie und Chirurgie der Schädelbasis befassen. Dem Wissensaustausch dienen u.a. die alle zwei Jahre stattfindenden internationalen Kongresse. 1. Der Weltkongress für Otologie in Japan hat eine Reihe von Treffen von Otologen aus der ganzen Welt ins Leben gerufen, die alle vier Jahre stattfinden. Prof. Henryk Skarżyński, der zu den Mitgliedern der Politzer Gesellschaft gehört, wurde zum Präsidenten des 2. Weltkongresses für Otologie gewählt. Es ist Ausdruck der Wertschätzung eines internationalen Gremiums von Wissenschaftlern für die Leistungen der polnischen Otologen und des Beitrags von Prof. Skarżyński zur Entwicklung der Weltmedizin, insbesondere der Otologie und Otochirurgie.