Prof. Henryk Skarżyński auf dem Kongress 590: Zusammenarbeit zwischen Berufsschulen und Arbeitgebern

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Prof. Henryk Skarżyński auf dem Kongress 590: Zusammenarbeit zwischen Berufsschulen und Arbeitgebern

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Prof. Henryk Skarżyński auf dem Kongress 590: Zusammenarbeit zwischen Berufsschulen und Arbeitgebern

Vom 16. bis zum 17. November 2017 fand der „Kongress 590“ im Ausstellungs- und Kongresszentrum G2A der Woiwodschaft Karpatenvorland in Jasionka bei Rzeszów statt. Es war das wichtigste wirtschaftliche Ereignis des laufenden Jahres. In Rzeszów trafen sich Vertreter der großen und kleinen Unternehmen, der Wissenschaft, Politik und öffentlichen Verwaltung, für die eine dynamische Entwicklung der polnischen Wirtschaft das Hauptziel ist. Der Kongress fand unter der Schirmherrschaft des polnischen Präsidenten Andrzej Duda statt.

Am ersten Kongresstag, dem 17. November lfd. Jh. diskutierten Experten über Chancen und Möglichkeiten der Zusammenarbeit zwischen Berufsschulen und Arbeitgebern. Am Diskussionspanel nahmen Prof. Henryk Skarżyński, Marzena Machałek, stellvertretende Bildungsministerin, sowie Arbeitgeber, Vertreter der Stiftung für Entwicklung des Bildungssystems [poln. Fundacji Rozwoju Systemu Edukacji], die das Panel mitveranstaltete, und Vertreter des Bildungsministeriums teil, die für das Berufsschulwesen zuständig sind.

Den Analysen des Arbeitsmarktes zufolge haben Arbeitgeber Probleme mit dem Finden von Mitarbeitern, die ihren Kompetenzanforderungen entsprechen würden. Rund 80 Proz. der befragten Firmen berichtete über Schwierigkeiten beim Finden entsprechender Kandidaten für angebotene Stellen. Viele Arbeitgeber weisen darauf hin, dass sich die Situation aus der Nicht-Anpassung der Berufsbildung an moderne wirtschaftliche Herausforderungen ergibt.

Eins der Themen des Treffens bildete die Promotion der besten Berufsbildungslösungen in Polen durch europäische Berufe EuroSkills. Gespräche betrafen auch die Tatsache, wie ausländische Berufspraktiken, darunter die im Rahmen des Erasmus+ Systems, beim Aufbau internationaler Partnerschaften im Bildungsbereich helfen können.

Prof. Henryk Skarżyński stellte die Situation in medizinischen Zentren sowie Probleme dar, mit denen Personen zu ringen haben, die medizinisches Personal einstellen.

– Im Vergleich zu früheren Jahren kommen über zehnmal weniger Absolventen von Berufsschulen, medizinischen Gymnasien und Berufsschulen für Gymnasialabsolventen auf den Markt. Wenn Arbeitgeber erwarten, dass eine Stelle, die mit Berufsschulabsolventen besetzt werden könnte, an eine Person mit Hochschulausbildung vergeben werden muss, so haben wir dann zwar einen Magister, aber nicht eine Person mit Berufskenntnissen. Wenn wir einen Magister beschäftigen, so müssen wir ihm entsprechende Perspektiven bieten. Viel spricht man darüber, dass es an Krankenpflegern bzw. -schwestern mangelt; vor über zehn Jahren hatten wir aber Krankenschwestern nach Gymnasien bzw. Berufsschulen für Gymnasialabsolventen. Sagt mir jemand, dass eine Krankenschwester mit Hochschulausbildung besser als eine mit Oberschulausbildung ist? Unsere Gesellschaft altert und wir brauchen bald mehr Pflege- oder Rehabilitationspersonal als Fachleute für die Interventionsmedizin. Deshalb müssen wir ein konkretes Modell der polnischen Rehabilitations- oder Krankenpflegeschule erarbeiten.

Während der Debatte bezog sich Prof. Henryk Skarżyński auch auf die Migration polnischen Spezialisten ins Ausland, was die Situation im polnischen Gesundheitswesen noch verschlechtert.

– Wir können es vergessen, dass die Polen auswandern und andere geschulte Mitarbeiter von außen zu uns kommen. An unserem Beispiel: Wir entwickelten das weltweit erste telemedizinische Netz, wir schulen Leute in der Ukraine, in Tadschikistan, Kirgisien, wir führen Pilotstudien zu Möglichkeiten der Kooperation in Ländern Mittelafrikas und Südamerikas durch. Durch die Schulungen haben wir die Chance, Kooperateure zu gewinnen; es ist aber sehr schwer, die Personen zum Umzug nach Polen für das gleiche Geld zu überreden. Wenn wir hören, dass wir in den nächsten Jahren keine Chance haben, ähnlich wie Mitarbeiter in entwickelten Ländern zu verdienen, dann haben wir bald ohne gewisse Loyalitätsprogramme kein Personal.

Notwendig ist somit die Zusammenarbeit zwischen Ministerien und Arbeitgebern, um zu bestimmen, welche Arbeitnehmer mit welchen Kompetenzen gebraucht werden. Es ist auch von Bedeutung, die Vergütungen systematisch zu erhöhen und Loyalitätsprogramme für Mitarbeiter einzuführen, deren Bildung bei einem hohen Risiko der Auswanderung sehr kostspielig ist.

Die zweite Ausgabe des Kongresses 590 wendete sich an einen breiten Personenkreis. Es nahmen ca. 3 Tsd. Personen daran teil: Vertreter der großen und kleinen Unternehmen, der Wissenschaft, Politik und öffentlichen Verwaltung. Das diesjährige Kongressprogramm umfasste sieben Themenbereiche. Sie wurden so gewählt, damit man zusammen über die Zukunft der polnischen Wirtschaft sprechen und nachdenken kann. Der Kongress 590 wurde durch die Sławomir-Skrzypek-Stiftung [poln. Fundacja im. Sławomira Skrzypka] veranstaltet, die Maßnahmen für die Entwicklung der Wirtschaftswissenschaften und des Unternehmertums vornimmt.