Hörscreening bei Kindern aus Dorfgemeinden in der Woiwodschaft Westpommern

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Hörscreening bei Kindern aus Dorfgemeinden in der Woiwodschaft Westpommern

Hörscreening bei Kindern aus Dorfgemeinden in der Woiwodschaft Westpommern

Am 17. Juni 2016 fand die Pressekonferenz über Hörscreening statt, das bei Kindern aus Grundschulen in Dorfgemeinden der Woiwodschaft Westpommern durchgeführt wurde. Auf der Grundlage der gesammelten Daten wurde bestimmt, dass jedes fünfte Kind aus der Woiwodschaft Westpommern durch Hörstörungen gefährdet sein kann. Das Ergebnis fällt um 2,2 Prozentpunkte schlechter als im Jahr 2010 aus. An der Konferenz nahmen Prof. Henryk Skarżyński, Leiter des Institutes für Physiologie und Pathologie des Gehörs, Prof. Krzysztof Kochanek, wissenschaftlicher Sekretär des Institutes und Dr. Anna Dąbrowska, Koordinatorin des Programms in der Woiwodschaft Westpommern teil. Der Programmpartner, d.i. die Kasse der Landwirtschaftlichen Sozialversicherung [poln. Abk. KRUS] wurde von Jan Krzysztof Górski, Leiter der Niederlassung der KRUS in Koszalin vertreten.

Das Programm umfasste 2559 Kinder aus 126 Schulen aus 49 Gemeinden in der Woiwodschaft Westpommern. – Die Untersuchung eines Kindes dauert ca. 15 Minuten und unser Team hat bereits Hunderte von Kindern untersucht. Die Umsetzung eines derart großen Projektes ist dank der Anwendung telemedizinischer Lösungen möglich, die die Übermittlung von Untersuchungsbefunden per Internet ermöglichen – wie Dr. med. Anna Dąbrowska, Woiwodschaftskoordinatorin des Programms und Leiterin des Westpommerschen Hör- und Sprachzentrums erklärt. – Jede Höruntersuchung wird erst nach Einholung einer schriftlichen Einwilligung der Eltern des Kindes durchgeführt und ihr Befund ist nur für ihre Einsicht vorbehalten. Für uns ist es sehr wichtig, dass die Eltern des Kindes, bei dem Hörprobleme diagnostiziert worden sind, professionelle Hilfe und Hinweise für das weitere Vorgehen erhalten.

Hörstörungen wurden bei ca. jedem fünften Kind beobachtet, das ist häufiger als im Rahmen des Hörscreenings im Jahre 2010. – Bei immer mehr Kindern stellen wir Hörprobleme fest. Der Lärm, der uns jeden Tag begleitet, wirkt sich sehr negativ auf das sich entwickelnde Gehör eines Kindes aus, was des weiteren zu Störungen seiner Entwicklung oder sogar Isolierung führen kann. In späteren Jahren kann das Kind Probleme beim Lernen haben, denn die Reaktion auf äußere Reize kann bei ihm entstellt sein. Unser Ziel ist es, das Kind in die Welt der Töne zurückzubringen und ihm die gleiche Chancen wie die der normal hörenden Gleichaltrigen schaffen. Das Hörscreening lässt das Problem erkennen und Kinder mit solchen Störungen identifizieren – wie Prof. Henryk Skarżyński, Leiter des Institutes für Physiologie und Pathologie des Gehörs sagte.

Seit Ende der Neunziger Jahre des vergangenen Jahrhunderts bereitete das Team des Institutes eine Reihe von Programmen zur Früherkennung und Behandlung von Hörstörungen bei Kindern im frühen Schulalter vor und setzte sie um. In den Jahren 2007-2015 wurde über 1 Mio. Hörscreeninguntersuchungen im Rahmen von einigen zehn kommunalen, landesweiten sowie internationalen Programmen und Projekten durchgeführt.

Das Konzept des Hörscreenings bei Kindern wird durch das Team des Weltzentrums für Gehör des Institutes für Physiologie und Pathologie des Gehörs nicht nur in Europa, sondern auch in vielen anderen Weltregionen gefördert. Insbesondere betrifft das Entwicklungsländer, die sich durch ein niedrigeres Niveau der Medizin und Prophylaxe kennzeichnen und die von Wissen und Erfahrungen der polnischen Spezialisten am meisten profitieren können.

Zu den Partnern des “Programms des Hörscreenings bei Grundschulkindern aus Dorfgemeinden” gehören: Beitragsfonds der Sozialversicherung der Landwirte, Kasse der Landwirtschaftlichen Sozialversicherung, Institut für Physiologie und Pathologie des Gehörs und Verein der Freunde Gehörloser und Schwerhöriger Personen “Der-Mensch-dem-Menschen”. Die ehrenamtliche Schirmherrschaft über das Programm übernahm der Minister für Landwirtschaft und Dorfentwicklung und die wissenschaftliche – das Komitee für Klinische Wissenschaften der Polnischen Akademie der Wissenschaften.