Höre gute Töne!

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Höre gute Töne!

Höre gute Töne!

Das ist das Motto einer Sozialkampagne, die im Sommer durch die Mieczysław-Karowicz-Philharmonie in Stettin auf dem Küstengebiet durchgeführt wurde. Im Rahmen der Kampagne bot das Mobile Zentrum für Gehör Höruntersuchungen in drei Küstenstädten an.

Unser Ziel ist es, das Musikbewusstsein in der Region zu steigern – wie Dorota Serwa, Leiterin der Philharmonie sagte. – In einem Konzert können wir Töne von höchster Qualität hören. Wir haben jedoch keinen Einfluss darauf, welche Qualität die Töne haben, mit denen wir außerhalb des Konzertsaales zu tun haben; die Musik begleitet uns doch auch zu Hause, bei der Arbeit oder beim Sport. Mit der Kampagne, die die Stettiner Philharmonie unter dem Motto “Höre gute Töne” startete, wurde eine Änderung der Situation bezweckt. In ihrem Rahmen wurde eine Reihe von künstlerischen Ereignissen, Untersuchungen und Promotion-Maßnahmen geplant, die das Hören hochqualitativer Musik fördern und auf die Notwendigkeit der Sorge für das Gehör aufmerksam machen.

Im Rahmen der Kampagne führte das Team des Mobilen Zentrums für Gehör das Hörscreening mit ärztlicher Untersuchung bei Bewohnern und Touristen an den Hauptpunkten von drei Städten der Woiwodschaft Westpommern: Kołobrzeg/Kolberg (in der Grünanlage Skwer Pionierów), Międzyzdroje/Misdroy (an der Allee der Stars) und Stettin vor der Philharmonie, einem der schönsten Gebäude Europas (1. Mies-van-der-Rohe-Preis der Europäischen Union). Die Ergebnisse der Untersuchungen zeigen – ähnlich wie diese, die auf der Konzerttour der Sendungsreihe „Sommer mit dem Radio” durchgeführt wurden –, dass das Problem der Hörstörungen mit dem Alter zunimmt. Hörschäden bei Schulkindern betreffen 20 Proz. der Untersuchten, bei älteren Menschen überschreiten sie 70 Proz. Die Bildung und das Hörscreening, das Hörschäden früh erkennen lässt, gewinnen somit im Rahmen der Vorsorge immer mehr an Bedeutung.

– Wir wissen alle sehr gut, wie wichtig das Gehör, die Sprache und das Sehvermögen bei der Kommunikation sind. Störungen eines der Sinne können unsere Lebensqualität reduzieren und zur Isolierung führen – worauf Prof. Henryk Skarżyński hinwies. – Dank dem Hörscreening kann man Hörschäden relativ einfach erkennen. Es lohnt sich, die Möglichkeit für sich in Anspruch zu nehmen, denn sie macht eine rechtzeitige Aufnahme der Behandlung möglich – so motivierte Prof. Henryk Skarżyński, obgleich es sowieso viele waren, die das Hörscreening und Beratung durch Dr. Jedrzej Bartosik im Mobilen Zentrum für Gehör für sich in Anspruch nehmen wollten. Jede untersuchte Person erhielt ein Feedback über den Zustand ihres Gehörs und zusätzlich eine Ermäßigung für ein gewähltes Konzert in der Stettiner Philharmonie. Warum lohnt es sich, in die Philharmonie zu gehen? Eine Antwort auf diese Frage erteilte uns Prof. Skarżyński: Wir haben dort die Chance, fast alle Töne zu hören. Und die Möglichkeit ihrer Wahrnehmung in einem gewissen Spektrum ist für unser Gehör und unsere Entwicklung sehr wichtig. Die philharmonische Musik kann außerdem eine Form der Tinnitus-Therapie sein. Von Tinnitus sind sogar 17 Proz. von uns betroffen, insbesondere im Seniorenalter. Die Behandlung des Tinnitus ist schwierig, besonders dann, wenn er nicht durch eine organische Krankheit verursacht wird.

Die Musik hat eine therapeutische Wirkung, denn die Töne helfen, mit den lästigen Geräuschen fertig zu werden. Durch die Einladung in die Philharmonie wollten die Veranstalter der Aktion auf den schädlichen Einfluss des Lärms aufmerksam machen, dessen Quelle auch eine zu laut gehört Musik sein kann. – Am gefährlichsten ist sie jedoch für Kinder und junge Leute. Denn sie sind es gerade, die sich oft in lauten Clubs amüsieren und tagelang Musik mit Ohrhörern hören, die für das Gehör besonders gefährlich sein können – wie Prof. Skarżyński warnte. Manchmal reicht es, die kleinen Ohrhörer gegen die größeren herkömmlichen Kopfhörer zu ersetzen – worauf die Leiterin der Philpharmonie, Dorota Serwa hinwies. Die gesellschaftliche Kampagne erfüllt mit Optimismus. Sprechen auch andere Personen außer Ärzten über Vorsorge und Hörhygiene, so gibt es eine Chance, dass die Anzahl von Menschen mit Hörschäden nicht steigt.