3. Kongress Gesundheitlicher Herausforderungen unter Beteiligung von Vertretern des Institutes für Physiologie und Pathologie des Gehörs

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3. Kongress Gesundheitlicher Herausforderungen unter Beteiligung von Vertretern des Institutes für Physiologie und Pathologie des Gehörs

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3. Kongress Gesundheitlicher Herausforderungen unter Beteiligung von Vertretern des Institutes für Physiologie und Pathologie des Gehörs

Das Internationale Kongresszentrum in Kattowitz wurde bereits zum dritten Mal zum Ort des Geschehens einer multidisziplinären Debatte von Vertretern verschiedener mit der Gesundheitspflege verbundener Kreise. Vom 8. bis zum 10. März 2018 fand hier der 3. Kongress Gesundheitlicher Herausforderungen (Health Challenges Congress – HCC) statt, an dem Prof. Dr. habil. med. Dr. h.c. multi Henryk Skarżyński, Leiter des Institutes für Physiologie und Pathologie des Gehörs und Univ.-Prof. Dr. habil. Med. Piotr H. Skarżyński, stellvertretender Leiter des Teleaudiologischen Labors im Namen des Institutes teilnahmen.

Der Kongress stellt ein europaweit einmaliges Forum für vielschichtige Diskussionen zu Schlüsselfragen der Gesundheitspflegesysteme dar, an dem herausragende Spezialisten aus dem Bereich von über zehn medizinischen Disziplinen, aber auch Vertreter der Wissenschaft, Wirtschaft, Geschäftswelt, Politik, staatlichen und kommunalen Verwaltung, der Finanzen, Medien, des Versicherungsmarktes und der Nichtregierungsorganisationen teilnahmen.

Während des Kongresses beteiligte sich Prof. Henryk Skarżyński an der interdisziplinären Session u.d.T. „Ersetzt die Technologie den Arzt?“ und hielt einen Vortrag über „Neue polnische medizinische Technologien“. Während seines Vortrags legte der Professor einen besonderen Wert auf Vorteile und Funktionieren des weltweit ersten Teleaudiologischen Landesnetzes, das 2009 aus seiner Initiative entstand. Das Teleaudiologische Landesnetz ermöglicht die Durchführung von Fernberatungen unter Beteiligung von Patienten und Spezialisten aus einigen Zentren gleichzeitig und Telefitting. Das Netz ist eine Lösung, dank der Patienten einen besseren Zugang zu fachmedizinischen Leistungen haben. Die Telemedizin verbindet Medizin mit der Telekommunikation und ermöglicht u.a. auch Fernrehabilitation. Im klinischen Alltag setzen Spezialisten vom Institut das System beim Kontakt mit Patienten ein, die im Rahmen der Fernrehabilitation und des Telefittings eine Beratung und Fernanpassung der Parameter von Sprachprozessoren (bei Cochlea-Implantatträgern) in einem Zentrum am Heimartort haben können, ohne nach Kajetany kommen zu müssen. Eine erfolgreiche Operation bildet kein Ende, sondern erst den Anfang der Behandlung. Nach dem Eingriff ist eine einige Jahre lange Hörrehabilitation notwendig. Das Implantat (und genauer gesagt ein Teil des Implantates – der Sprachprozessor) muss entsprechend programmiert werden, damit er die Hörrinde stimulieren und das möglichst beste Hören sicherstellen kann. Für die Kontrollen kommen Patienten nach Kajetany oft aus entfernten Regionen Polens. Dank dem Telefitting ist das nicht mehr nötig.

Bei diesem Anlass präsentierte Prof. Henryk Skarżyński den Sessionsteilnehmern auch die Annahmen und Ziele des neuesten wissenschaftlichen und medizinischen Programms „Musik in der Hörentwicklung des Menschen“. Das Programm „Musik in der Hörentwicklung des Menschen“ bildet ein bestimmtes Modell der Hörtherapie unter Anwendung der Musik, das sowohl aktive als auch passive Beteiligung von Patienten voraussetzt. Das Programm besteht aus einigen Teilen, die für verschiedene Altersgruppen bestimmt sind, und umfasst ein Paket aus Workshops, Veranstaltungen und musikalisch-motorischen, sensorischen und Tanzübungen, darunter auch solche, die man zu Hause machen kann. Durch die Einwirkung durch verschiedene Reize auf einige Sinne gleichzeitig kann der Prozess der Stimulierung der Gehirnrinde qualitativ und zeitlich noch bessere Effekte bringen. Prof. Henryk Skarżyński präsentierte auch viele neue, innovative Lösungen, die im Institut eingeführt worden sind und den Arbeitsalltag eines Arztes unterstützen.

In der Hörrehabilitation ist Musik sehr nützlich, denn sie engagiert viele Gehirnareale, was einen enormen Einfluss auf die Gehör- und Sprachentwicklung, insbesondere bei Kindern hat – wie Prof. Skarżyński, Initiator und Ideengeber des Programms sagte. – Die Implantation eines Cochlea-Implantates gibt dem Patienten die Chance, die Welt der Töne zu entdecken. Uns scheint sie immer schön zu sein. Für Personen, die vor der Operation taub war, ist sie nicht immer so, denn manche Töne können sehr anstrengend sein. In einem langen, komplexen Prozess der Hör- und Sprachrehabilitation sind positive Reize notwendig, die zum Hören und Wiederholen anspornen. Musik bildet einen solchen Ansporn – wie Prof. Skarżyński erklärte.

Eine feierliche Inauguration des Programms findet am 26. März im Weltzentrum für Gehör während einer Debatte unter Beteiligung von Patienten statt. Der Spezialgast der Veranstaltung ist Frau Agata Kornhauser-Duda. Die First Lady trifft sich mit Patienten mit eingepflanzten Hörimplantaten.

Während des Kongresses nahm Univ.-Prof. Dr. habil. Med. Piotr H. Skarżyński, der auch Mitglied des Vorstandes der International Society for Telemedicine & eHealth ist, auch am Telemedizinischen Panel „Mode oder Notwendigkeit“ teil. Während des Panels teilte Prof. Piotr Skarżyński sein Wissen über die Entwicklung der Telemedizin auf der Welt und über Perspektiven für Polen. Er präsentierte auch die Tätigkeit des Institutes im Rahmen des Pilothörscreenings auf vier Kontinenten.

Der diesjährige Kongress umfasste Fragen aus den Bereichen Gesundheitspolitik, Finanzen und Management, Therapien, neue Technologien und Bildung. Die auf dem Kongress anwesenden Spezialisten, die verschiedene medizinische Disziplinen vertraten, aber auch Krankenhausmanager und Vertreter wissenschaftlicher Gesellschaften wiesen auf zahlreiche Herausforderungen hin, denen sich nicht nur Ärzte, sondern auch Politiker, Nichtregierungsorganisationen, Experten der medizinischen Sparte und Wirtschaftswissenschaftler stellen müssen.