20. Jubiläum der Implantation des ersten Auditorischen Hirnstamm-Implantats in Polen

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20. Jubiläum der Implantation des ersten Auditorischen Hirnstamm-Implantats in Polen

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20. Jubiläum der Implantation des ersten Auditorischen Hirnstamm-Implantats in Polen

Im laufenden Jahr feiern wir das 20. Jubiläum der Implantation des ersten Auditorischen Hirnstamm-Implantats in Polen, die am 9. Januar 1998 von Prof. Henryk Skarżyński in Zusammenarbeit mit Wissenschaftlern aus Österreich und Deutschland durchgeführt wurde. Polen wurde zum vierten Land in der Welt, in dem der schwierige und komplizierte Eingriff vorgenommen wurde. Die 12 Stunden lang dauernde Operation war erfolgreich und die Patientin von Prof. Skarżyński konnte Ergebnisse erzielen, die bisher weltweit nicht verzeichnet wurden: Nach der Operation begann sie, die Sprache frei zu verstehen. Es sind nur knapp zwanzig solche Patienten weltweit.

Den Hirnstamm assoziieren wir gewöhnlich mit schweren Verletzungen, mit Hirnkontusion. Als es sich herausgestellt hat, dass wir die dort befindlichen Hörkerne, sehr empfindliche Stellen des zentralen Nervensystems erfolgreich stimulieren können, wurde das zu einer weiteren Herausforderung für uns – erinnert sich Prof. Henryk Skarżyński. Zusammen mit den Kollegen aus Österreich und Deutschland wurde ein Programm der Behandlung des Hörverlustes mit auditorischen Hirnstamm-Implantaten vorbereitet, und als das weltweit vierte in Polen umgesetzt – fügt Prof. Skarżyński hinzu.

Die erste Patientin war Sylwia, eine junge Frau, bei der ein Tumor in der Nähe des Hirnstamms auf einer Seite entfernt wurde. Und ihr stand noch ein weiterer Eingriff bevor. Sie suchte beharrlich und determiniert nach einer Chance, in die Welt der Töne zurückzukehren. Die Hilfe fand sie im Institut für Physiologie und Pathologie des Gehörs.

Ihre Operation endete mit einem riesigen Erfolg, denn es konnte ein Ergebnis erzielt werden, das bisher nirgendwo auf der Welt verzeichnet wurde – ein Ergebnis, das die unglaublichen Möglichkeiten zeigte, die in jedem von uns stecken und umsetzbar sind.

Bereits nach 2-3 Monaten Hörrehabilitation begann Frau Sylwia die Sprache auf Polnisch und Deutsch frei zu verstehen und Italienisch zu lernen – erinnert sich Prof. Skarżyński. – Die auditiven Möglichkeiten, die sie durch die Stimulation der Hörkerne im Hirnstamm wieder gewann, waren die besten auf der Welt. Das überraschte nicht nur uns, sondern auch andere Spezialisten. Niemand erwartete, dass das Hirnstamm-Implantat so gute Ergebnisse erzielen lässt. Wir begriffen, dass die Stimulation der zartesten Strukturen im Bereich des zentralen Nervensystems möglich und sicher ist. Mit Frau Sylwia eröffneten wir eine neue Ära in der Entwicklung der Otoneurochirurgie – fügt der Professor hinzu.

Seit jener Zeit werden über zehn solche Patienten durch das Team des Weltzentrums für Gehör betreut. Es ist die am besten rehabilitierte Gruppe in der Welt. Das ergab die Studie, die von Prof. Bob Shannon, einem der Pioniere des Programms der Hirnstamm-Implantate im House Research Institute in Los Angeles durchgeführt wurde. Auf Antrag der amerikanischen Food and Drug Administration (FDA) bewertete er die Effektivität der Behandlungsmethode. Im Rahmen der Studie suchte er Patienten auf, die in verschiedenen Zentren auf der Welt operiert wurden. Die Patienten des Institutes für Physiologie und Pathologie des Gehörs bekamen in dieser Studie die höchste Bewertung.

Das bedeutet – wie Prof. Skarżyński betont –, dass wir durch die Zusammenstellung eines Teams aus sehr erfahrenen Chirurgen und klinischen Ingenieuren Bedingungen schafften, unter denen wir Patienten mit seltenen Tumoren wirksame Behandlung und eine außergewöhnlich gute Betreuung bieten können.

Die von Prof. Skarżyński und seinen Mitarbeitern gewählte Strategie erwies sich als sicher und effektiv. 10 Jahre später, im Jahr 2008 wurde – auch im Rahmen einer Kooperation mit einem internationalen Team – der weltweit erste Patient in Kajetany operiert, bei dem zwei auditorische Hirnstamm-Implantate implantiert wurden.